Market Flash

Der starke Rückgang der Märkte am Montag vergangener Woche war nur der Auftakt für weitere heftige Korrekturen in einer Woche, in der die Aktienmärkte die schlimmste Woche seit 2008 erlebten. So verlor der S&P 500 11,4 Prozent und der Euro Stoxx 50 12,3 Prozent. Staatsanleihen von Ländern, die als „sicher“ angesehen wurden, waren stark gefragt, was dazu führte, dass der deutsche 10-Jahres-Satz unter -0,60 Prozent fiel.

Woher kommt diese Panik?

Die beschleunigte Ausbreitung von Covid-19 (Corona-Virus) außerhalb Chinas, insbesondere in Italien, hat das Risiko einer Pandemie wieder erhöht. Bisher wurde es von den Anlegern eher ignoriert. Neben den emotionalen Reaktionen im Zusammenhang mit dem Virus selbst, besteht die Angst vor allem darin, dass sich Abriegelungen und Quarantänen in den entwickelten Volkswirtschaften vervielfachen könnten und mögliche Maßnahmen der Zentralbanken und Regierungen nur begrenzt wirksam sein könnten. Darüber hinaus ließ das anfängliche Fehlen einer koordinierten Reaktion der Behörden (wie die eher lauwarmen Reden von Beamten der Europäischen Zentralbank Mitte der Woche belegen) die Märkte im Zweifel.

Welche Auswirkungen hat dies auf die wichtigsten Anlageklassen?

Innerhalb der Aktienmärkte der entwickelten Länder war der Rückgang global und weder sektoral noch geographisch diskriminierend. Die Wachstumstitel, bei denen das Risiko einer Blasenbildung zu steigen begann, fielen also nicht stärker als der Rest des Aktienmarktes. Dennoch ist zu beachten, dass sich die Aktien der Schwellenländer, insbesondere in Asien, besser hielten. Dies ist auf die Tatsache geschuldet, dass neue Fälle von Covid-19 in der übrigen Welt zunehmen, während sie in China stetig zurückgehen. Zudem hat die People’s Bank of China frühzeitig gehandelt. Auf der Anleiheseite sind die Renditen der als „sicher“ eingestuften Länder stark gesunken, während die Renditen der Peripherieländer wie Italien und Griechenland tendenziell gestiegen sind. Der Kreditmarkt hat sich als sehr widerstandsfähig erwiesen, obwohl die Segmente mit niedrigerem Rating der Risikoaversion nicht entgangen sind.

Wie haben die Behörden reagiert?

Die Fed sorgte für ziemliches Aufsehen, als sie am Dienstag, den 3. März, unerwartet und außerhalb ihres normalen Zeitplans ihren Leitzins um 50 Basispunkte senkte. Australien senkte seinen Zinssatz um 25 Basispunkte. Die chinesischen Behörden kündigten monetäre, fiskalische und budgetäre Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft an. Die EZB gab eine Erklärung ab, in der sie darauf hinwies, dass sie die Situation sehr genau beobachtet. Wir können weitere Maßnahmen erwarten, aber dank dieser sehr entgegenkommenden Politik verfügen die Regierungen über beträchtliche Ressourcen zur Umsetzung von Konjunkturplänen. 

Was können wir in den kommenden Wochen erwarten und wie können wir handeln?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheinen sich drei Szenarien abzuzeichnen. Das dunkelste Szenario, aber auch das unwahrscheinlichste, wäre eine Beschleunigung der Kontamination in einem solchen Ausmaß, dass sie zur Durchführung drastischer Maßnahmen führt, wie z.B. massive Unternehmensschließungen, ein Transportstopp oder sogar die vollständige oder teilweise Schließung der Grenzen. Ein solches Szenario würde zweifellos zu einem großen Schock an den Märkten führen, und obwohl es am Ende keinen Zweifel daran gibt, dass die Zentralbanken und Regierungen handeln würden, wäre der Schaden für risikoreichere Anlagen zunächst enorm.

Am anderen Ende des Spektrums kann man sich ein wenig ein optimistisches Szenario vorstellen, bei dem sich die Ausbreitung des Virus in den kommenden Wochen stark verlangsamen würde. Das Risiko einer Pandemie wäre dann ausgeschlossen, und das einzige, was von Bedeutung wäre, wäre die richtige Kalibrierung der wirtschaftlichen Unterstützungsmaßnahmen.

Unser Szenario ist eher im mittleren Bereich angesiedelt. Auf eine rasche Verlangsamung der Epidemie zu wetten, erscheint uns nicht sinnvoll, da es noch viele Unbekannte rund um das Virus gibt. Dennoch glauben wir, dass nach der Panik wieder pragmatischere Standpunkte die Oberhand gewinnen sollten. Die Wirtschaft wird vorerst lernen müssen mit Covid-19 zu leben. Wir gehen davon aus, dass pünktlich und schrittweise Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung, insbesondere unter den schwächeren Bevölkerungsgruppen, zu begrenzen. Zentralbanken, supranationale Institutionen und Staaten, die gerade erst begonnen haben, Maßnahmen anzukündigen, werden zur Unterstützung der notwendigen Aktivitäten eingreifen. Es sollte auch bedacht werden, dass aktuell mit Hochdruck auch medizinische Abhilfemaßnahmen (u.a. Impfstoffe) entwickelt werden.

Kurzfristig betrachtet ist es wichtig, geduldig zu bleiben, da die Volatilität weiterhin die Märkte dominieren wird. Wir sind dennoch überzeugt, dass der Ausweg aus dieser schwierigen Phase von „oben“ kommen wird und dass sich progressive und stetige Zukäufe in den Fonds als relevant und erfolgreich erweisen werden. Die Zentralbanken und Regierungen werden und können nicht zulassen, dass sich die finanziellen Bedingungen übermäßig verschlechtern.

Diese Aussagen entsprechen den Überzeugungen des Managements zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts.